Wie man die Lebenskarten im Rahmen der Dialektisch Behavioralen Therapie nutzen kann

Die Dialektisch Behaviorale Therapie wurde speziell zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt. Begleitend zur Therapie kann der Klient daran arbeiten, seine Skills zu entwickeln und ein positives Selbstbild auf zu bauen, welches den Borderline – Patienten oft fehlt.

Gerade beim Aufbau eines stabilen Selbstbewusstseins werden die Lebenskarten als wertvolle Ressource genutzt. Sie zeigen dem Klienten Sichtweisen und Potenziale auf, die er so noch nie wahr genommen hat. So helfen sie bei kontinuierlichem Einsatz dabei, den Klienten zu stabilisieren und seine Ressourcen zu entwickeln.

Therapiekarten

Die Lebenskarten sind eine Bereicherung für alle, die – ggfs. neben einer Therapie – an sich selbst arbeiten wollen.

Prof. Dr. Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin; entwickelte die Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie (PITT)

Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Dialektisch-behaviorale Therapie, kurz DBT genannt, wurde von der amerikanischen Psychologin Marsha Linehan speziell zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt. Bei dieser Störung leiden die betroffenen Mensch an stark schwankenden Stimmungen und Emotionen, die sie nicht beherrschen können, und sie sind nicht imstande, eine stabile Beziehung oder ein stabiles Selbstbild aufzubauen.

Elemente der Dialektisch-behavioralen Therapie

Diese Therapieform arbeitet grundsätzlich mit zwei Elementen:

  • Einzelsitzungen
    In den Einzelsitzungen schließen der Therapeut und der Klient zu Beginn einen Vertrag, in dem Regeln und Aufgaben für beide festgelegt werden. Beide verpflichten sich dann, diesen Vertrag auch einzuhalten. Hält sich der Klient nicht daran, so wird an diesem störenden Verhalten gearbeitet.
    Dann werden in den Sitzungen Themen besprochen, die in der Zeit nach der letzten Sitzung aufgekommen sind. Dazu führt der Klient sogenannte Tagebuchkarten, auf denen er sein Verhalten in bestimmten Situationen notiert.
    Diese Themen werden priorisiert und dann in den Sitzungen bearbeitet. Dabei haben selbstverletzendes Verhalten oder suizidale Tendenzen die höchste Priorität, dann folgen Verhaltensweisen, die den Therapieerfolg gefährden könnten. Als dritter Bereich wird dann alles Verhalten bearbeitet, welches die Lebensqualität negativ beeinflusst. Durch diese Bearbeitung und Analyse soll der Klient lernen, seine eigenen destruktiven Muster zu erkennen und im Alltag mit en erlernten Skills gegen zu steuern.
    Viele Therapeuten vereinbaren mit ihren Klienten auch Rahmenbedingungen für Krisen, in denen sie telefonisch Kontakt aufnehmen können, um sich in der akuten Situation Hilfe und Unterstützung zu holen.
  • Gruppensitzungen
    In den Gruppensitzungen, die meistens von zwei Therapeuten geleitet werden, können die Klienten wichtige Skills erlernen und Fertigkeiten zu bestimmten Themen einüben. Diese sogenannten Borderline-Skills sollen ihnen dabei helfen, den Alltag besser zu bewältigen, in Stresssituationen schneller wieder ruhig zu werden und stabile Beziehungen zu führen. Zusätzlich erarbeiten sie den Inhalt eines persönlichen Notfallkoffers, der Elemente enthält, die in Krisensituationen zur Selbstberuhigung beitragen.

Themengebiete der Dialektisch-behavioralen Therapie

Die DBT konzentriert sich bei der Behandlung der Borderline-Störung speziell im Training der Borderline-Skills auf fünf Themengebiete.

  • Stresstoleranz
    Hier sollen die Klienten lernen, den Aufbau innerer Spannung so früh wie möglich wahrzunehmen und dann rechtzeitig gegen zu steuern und Methoden der Selbstberuhigung einzusetzen, anstatt sich selbst zu verletzen. In diesen Bereich gehört der Notfallkoffer mit seinen ablenkenden und beruhigenden Elementen.
  • Soziale Kompetenz
    Die Skills zur sozialen Kompetenz sollen den Klienten befähigen, konstruktive und stabile Beziehungen zu führen. Er erlernt Fähigkeiten, wie man seine Gefühle und Bedürfnisse ausdrückt und auch in negativen Situationen die Kommunikation aufrecht erhalten kann.
  • Gefühlsmanagement
    Hier lernt der Klient, seine Gefühle – auch die negativen – wahr zu nehmen, sie zu beurteilen und sich über ihre Handlungsrelevanz klar zu werden. So soll das Vertrauen in die eigenen Gefühle gestärkt werden und ein Schritt in Richtung emotionaler Stabilität getan werden.
  • Innere Achtsamkeit
    Dieses aus der östlichen Philosophie stammende Element vermittelt Techniken, wie sich der Klient selbst besser kennen lernen kann, innere Regungen erspüren und seine Wahrnehmungen klären kann. Diese Techniken sollen ihm in verschiedenen Situationen Sicherheit vermitteln, seine Fähigkeit zur Selbststeuerung erhöhen und ihm helfen, angemessene Verhaltensweisen zu finden.
  • Entwicklung eines positiven Selbstbildes
    Sehr viele Borderline-Patienten haben aufgrund ihrer Störung nie ein stabiles positives Selbstbild entwickelt. In diesem Themenbereich geht es deshalb darum, den Klienten ein Bewusstsein für ihren eigenen Wert zu vermitteln. Die Lebenskarten sind dafür ein beliebtes Instrument.
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