Wie man mit Lebenskarten Ressourcen in Imaginationsübungen frei setzt

Imaginationsübungen werden in vielen Therapieformen eingesetzt, so in der Hypnotherapie, dem Katathymen Bilderleben oder der Arbeit mit dem Inneren Kind. Sie dienen dazu, innere Schutzräume zu schaffen, Ressourcen frei zu legen und Möglichkeiten der Stabilisierung auf zu zeigen. Der Klient stellt sich dabei unter Anleitung bestimmte Bilder vor, die er emotional erleben kann.

Da manche Klienten zuerst Schwierigkeiten haben, sich innere Bilder vorzustellen, können die Lebenskarten als visuelle Anregung dienen und so den Assoziationsprozess in Gang setzen. Sie können auch dazu benutzt werden, das Thema einer Imaginationsübung aus zu wählen, so dass die Übung eng mit einem akuten Bedürfnis des Klienten verbunden ist.

 

Therapiekarten

Die Lebenskarten sind eine Bereicherung für alle, die – ggfs. neben einer Therapie – an sich selbst arbeiten wollen.

Prof. Dr. Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin; entwickelte die Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie (PITT)

Was sind Imaginationsübungen?

Imaginationsübungen werden in verschiedenen Therapierichtungen eingesetzt. Das Ziel ist es, durch das bewusste und gesteuerte Vorstellen innerer Bilder Ressourcen zu aktivieren, die dabei helfen, mit einem Problem um zu gehen oder eine innere Blockade zu lösen. Schon Sigmund Freud arbeitete mit Imaginationen, und diese Tradition findet sich in vielen weiteren Therapierichtungen.

Formen von Imaginationsübungen

Je nach dem Ziel, welches verfolgt wird, kann man zwei grundlegende Arten von Imaginationsübungen unterschieden.

  • Assoziierte Imaginationen
    Bei dieser Form der Imaginationsübung geht es darum, sich innere Ressourcen besser zu erschließen, auf die man im Alltag oder in einer Krisensituation womöglich keinen Zugriff hat. Assoziiert bedeutet dabei, dass der Klient sich die inneren Bilder oder Filme so emotional intensiv wie möglich vorstellt, als würde das, was er sich vorstellt, im Hier und Jetzt passieren.
    Der Klient erlebt die Bilder oder den Film dabei aus seiner eigenen Perspektive, als wäre er mitten im Geschehen und würde alles als Akteur durch seine Augen betrachten. Diese Perspektive ist emotional am Intensivsten und kann die inneren Ressourcen am besten aktivieren.
    Diese Form der Imaginationsübungen wird dann eingesetzt, wenn der Klient in einer Krisensituation zum Beispiel Gelassenheit, Selbstvertrauen oder Ruhe aktivieren möchte, um angemessen reagieren zu können.
  • Dissoziierte Imaginationen
    Diese Art der Imaginationsübung soll dem Klienten helfen, eine gewisse emotionale Distanz zu seinen inneren Bildern zu behalten. Er betrachtet das Geschehen dabei aus der Perspektive eines Kinozuschauers, der das Geschehen auf der Leinwand nur als Beobachter verfolgt – er selbst ist während der Imagination nicht am Geschehen beteiligt. So kann er eine innere Distanz wahren und das Gesehen analysieren und hilfreiche Informationen gewinnen.
    Diese Form wird dann eingesetzt, wenn diese emotionale Distanz essentiell ist. Das ist zum Beispiel bei der Bearbeitung von Traumata der Fall, die emotional so belastend sind, dass sie nicht wieder erlebt werden sollen. Daher ist die Betrachtung aus dieser Distanz oft der einzige Weg, sich dem Trauma zu nähern und es so bearbeiten zu können.

Einsatzgebiete der Imaginationsübungen

Ein Einsatzgebiet von Imaginationsübungen ist der ganze Sektor der persönlichen Weiterentwicklung und Leistungssteigerung. So arbeiten zum Beispiel Sportler sehr viel mit Imaginationsübungen, um sich mental und emotional auf einen Wettbewerb oder Ähnliches vorzubereiten und in optimaler Form zu sein. Im Alltag kann man durch positive Imaginationsübungen seine eigenen Ressourcen und Fähigkeiten besser aktivieren und so das Selbstvertrauen stärken und erfolgreicher auch mit schwierigen Situationen umgehen.

Im therapeutischen Bereich werden Imaginationsübungen bei verschiedenen Problemfeldern eingesetzt. So sind sie ein wichtiger Bestandteil bei der Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung, bei der die emotionale Distanz zum Geschehen kritisch und ausschlaggebend ist. Auch bei der Dissoziativen Identitätsstörung oder der Borderline-Persönlichkeitsstörung kommen Imaginationsübungen sehr viel zum Einsatz.

In allen Fällen wird der Klient beim ersten Mal angeleitet, wie genau die Imaginationsübung durch zu führen ist und worauf er achten sollte. Hat er den Ansatz und Ablauf der Übungen verinnerlicht, so können diese therapiebegleitend regelmäßig auch außerhalb der Sitzungen ausgeführt werden.

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