Wie man Lebenskarten als Unterstützung beim Reframing einsetzen kann

Unter Reframing oder der Umdeutung versteht man das Wahrnehmen einer neuen Perspektive und somit auch eine neue Bewertung oder Interpretation einer Situation, eines Verhaltens oder einer Person. Diese neue Perspektive kann Blockaden auflösen und völlig neue Handlungsoptionen aufzeigen; sie durchbricht zudem negative emotionale Schleifen. Das Reframing ist ein wichtiges Element zum Beispiel der Systemischen Therapie.

Lebenskarten werden beispielsweise für das Reframing in der Systemischen Therapie dazu eingesetzt, die Beurteilung von Elementen im System wie anderen Personen zu verändern. Mit Hilfe der positiven Glaubenssätze und Lebenseinsichten können Situationen leichter neu und konstruktiv definiert werden, destruktive Glaubenssätze werden wirksam ausgehebelt.

Therapiekarten

Die Lebenskarten sind eine Bereicherung für alle, die – ggfs. neben einer Therapie – an sich selbst arbeiten wollen.

Prof. Dr. Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin; entwickelte die Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie (PITT)

Reframing in der Systemischen Familientherapie

Ein sehr wichtiges Ziel in der Systemischen Familientherapie ist es, die festgefahrenen Bilder, die die Familienmitglieder voneinander haben, zu lockern und neue Sichtweisen zu ermöglichen. Dazu gehört es auch, dass automatisierte Bewertungen und Zuschreibungen, was ein Verhalten bedeutet oder welche Absicht jemand verfolgt, gelöst werden, damit neue Perspektiven und Bewertungen möglich werden. Ein Instrument, um dieses Ziel zu erreichen, ist das Reframing.

Begriff des Reframings

Unter Reframing oder der Umdeutung versteht man das Einnehmen einer neuen Perspektive und somit auch eine neue Bewertung oder Interpretation einer Situation, eines Verhaltens oder einer Person. Ein bisher als negativ gesehenes Verhalten – „Mein Vater ist sehr streng“ – wird in einen anderen Rahmen gesetzt und erhält unter diesem Blickwinkel eine positive Bedeutung – „Dein Vater sorgt sich also um dein Wohlergehen“. So können Aspekte einer Situation wahr genommen werden, die bisher völlig ausgeblendet wurden.

Man kann mit zwei Arten von Reframings arbeiten.

  • Inhaltsreframing
    Die eine Art ist das sogenannte Inhaltsreframing, bei dem man wie in dem obigen Beispiel einem Verhalten eine andere Bedeutung oder Interpretation zuschreibt. Streng bedeutet dann nach dem Reframing besorgt, bestimmend bedeutet entscheidungsfreudig, zögerlich bedeutet vorsichtig. So können einem Verhalten neue positive Aspekte abgewonnen werden, und die gute Absicht dahinter wird erkennbar.
  • Kontextreframing
    Die andere Art des Reframings nennt sich Kontextreframing. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis, dass ein Verhalten, welches in bestimmten Situationen als störend empfunden wird, in anderen Situationen eine absolute Stärke sein kann. Wenn jemand sich zum Beispiel darüber beklagt, dass er immer sehr impulsiv handle, kann ihm durch das Kontextreframing klar gemacht werden, dass Impulsivität in einer Krisensituation eine Stärke sein kann.

Es kommt in vielen Situationen zum Einsatz, da es sehr gut dazu geeignet ist, Blockaden aufzulösen. Man kann es als spezielle Übung durchführen, es als Blitzreframing im Gespräch einsetzen oder mit den Lebenskarten erzeugen. Hier finden Sie weitere Beispiele für Reframing.

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