So können Lebenskarten in der Trauerbegleitung eingesetzt werden

Der Tod ist heute für viele Menschen ein Tabu, über das nicht gesprochen oder nachgedacht werden darf. Werden Menschen dann überraschend damit konfrontiert, sind sie oft hilflos und überfordert. Hier setzt die Trauerbegleitung ein – sie hilft den Menschen, die unterschiedlichen Phasen der Trauer zu bewältigen und den Weg zurück ins Leben zu finden. Sehr viele Phasen der Trauer sind durch depressive Gedanken, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung geprägt.

Die Lebenskarten sind in der Trauerbegleitung inzwischen ein beliebtes Hilfsmittel geworden. Die Karten, deren erste Serie in einer schwierigen Zeit entstanden sind, helfen dabei, wieder Hoffnung zu schöpfen und eine neue Sichtweise auf die Zukunft zu entwickeln. Die positiven Affirmationen  geben Impulse und schenken Trost, so dass die Trauer besser überwunden werden kann.

Therapiekarten

Die Lebenskarten sind eine Bereicherung für alle, die – ggfs. neben einer Therapie – an sich selbst arbeiten wollen.

Prof. Dr. Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin; entwickelte die Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie (PITT)

Wie kann eine Trauerbegleitung helfen

Wenn es um die natürlichen Grundgefühle des Menschen geht, so glauben die meisten, dass diese Gefühle auch ohne eine Unterstützung zu bewältigen seien. Man muss mit seiner depressiven Stimmung umgehen, seine kleinen Ängste überwinden und seine Trauer über einen Verlust bewältigen.

Grundsätzlich ist diese Auffassung sicher richtig. Es gibt jedoch oft genug spezielle Situationen, in denen die natürlichen Mechanismen zur Bewältigung nicht mehr ausreichen und professionelle Unterstützung benötigt wird. Die Trauer um den Verlust eines Menschen ist oft ein solches Thema, mit dem viele Menschen allein überfordert sind.

Gründe für eine Trauerbegleitung

Dass viele Menschen schon mit einem normalen Trauerfall wie dem Tod der Großmutter überfordert sind, liegt sicher mit daran, dass heutzutage die Themen Tod, Sterben und Vergänglichkeit weitgehend tabuisiert sind. Die Gesellschaft hat sich im Jugendlichkeitswahn verloren – wer altert, ist selber schuld – und ergibt sich den Phantasien von der Unsterblichkeit. So werden diese Themen verdrängt; die kranken und sterbenden Mitglieder der Familie durch die Unterbringung in Hospitälern und Heimen aus dem Alltag ausgeklammert.

Dadurch aber fehlt jegliche gedankliche und praktische Erfahrung mit dem Tod und der Sterblichkeit. Durch die Ausklammerung des Sterbens aus dem Alltag überfällt der Tod auch die Lebenden und versetzt sie in einen hilflosen Schockzustand, in dem sie nicht mehr wissen, wie sie damit umgehen sollen.

Besonders der Unterstützung bedürfen aber sicher die Menschen, bei denen der Tod nicht gemäß den normalen Erwartungen zugeschlagen hat. Dass die Großmutter vor den Enkeln stirbt, damit rechnet man, das ist der Lauf der Dinge. Was aber, wenn die Kinder vor den Eltern sterben? Ein Unfall, eine tödliche Krankheit oder gar ein kriminelles Delikt entriss ihnen ihr geliebtes Kind und kehrte den natürlichen Lauf der Dinge um.

Sehr belastend und kaum zu ertragen ist es auch, wenn man einen geliebten Menschen durch Suizid verloren hat. Zu den üblichen Gefühlen von Trauer, Schmerz und Verzweiflung kommen in diesem Fall noch überwältigende Schuldgefühle hinzu – was hat man falsch gemacht, was hat man versäumt, um das Leben dieses Menschen zu retten?

In all diesen Fällen kann eine professionelle Trauerbegleitung von unschätzbarem Wert sein. Besonders geschulte Fachkräfte kennen den Trauerprozess und stehen mit Rat und hilfreichen Vorschlägen zur Verfügung, die auf die verschiedenen Trauerphasen zugeschnitten sind.

Formen der Trauerbegleitung

Eine professionelle Trauerbegleitung kann in verschiedenen Formen statt finden.

Einzelbegleitung
Wenn man seine Trauer lieber mit sich allein ausmachen will und sich nicht fähig fühlt, sie mit einer Gruppe zu teilen, dann bietet sich eine Einzelbegleitung an. Im Rahmen dieser Trauerbegleitung kann man in intimen Gesprächen mit dem Trauerbegleiter die verschiedenen Schritte auf dem Weg zurück zur Lebensfreude gehen und seinen ganz eigenen Abschied von dem verstorbenen Menschen vollziehen.

Trauerbegleitung in der Gruppe
Viele Menschen finden es sehr hilfreich, wenn sie ihre Erfahrungen im Umgang mit dem Tod und den Gefühlen, die damit einhergehen wie Trauer, Verzweiflung, Wut, Hilflosigkeit und Einsamkeit, mit anderen Menschen teilen können. Daher bieten verschiedene Institutionen Trauergruppen an, die von einem erfahrenen Trauerbegleiter geführt werden.

Spezielle Trauerbegleitung
Für bestimmte Situationen gibt es auch spezielle Trauerbegleitungen, die auf die Sachlage abgestimmt sind. So gibt es Gruppen für verwaiste Eltern, die sich durch ihr gemeinsames Verständnis ihrer Situation besonders gut helfen können. Auch für Familien, in denen ein Suizid vorgekommen ist gibt es eine besondere Trauerbegleitung, ebenso für Kinder oder Jugendliche, da bei ihnen die Trauer ganz andere Formen annimmt.

Je weiter man mit seiner Trauerbegleitung auf dem Weg zurück ins Leben ist, desto mehr kann man daran arbeiten, auch wieder die positiven Seiten trotz des Todes zu sehen. Dabei können die Lebenskarten sehr hilfreich sein – der Name drückt schon sehr schön aus, dass sie für das Leben und die Lebensfreude stehen. Sie bieten wundervolle tröstliche Sprüche und Hilfestellungen, die auch einem trauernden Menschen als Wegweiser zur Lebensfreude dienen können.

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