Wie Borderliner mit Lebenskarten arbeiten können

Menschen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung geraten schnell unter Stress und leiden unter Beziehungsproblemen. Gründe dafür liegen meistens in einer von Vernachlässigung und traumatischen Erfahrungen geprägten Kindheit.

Um Stabilität und Sicherheit zu gewinnen und auch in problematischen Alltagssituationen „einen klaren Kopf“ zu behalten, gibt es viele Hilfsmöglichkeiten, die in einer Therapie erlernt werden. Ein beliebtes Tool dafür sind die Lebenskarten, die ursprünglich im Rahmen einer Traumatherapie entstanden sind und sich zu einem beliebten Hilfsmittel in Alltag und Therapie entwickelt haben.

So werden die Karten beispielsweise zur Erlernung von Borderline Skills oder als Zusatz zum Borderline Notfallkoffer genutzt. Vielleicht sind die Karten ja auch für Sie oder einen Angehörigen ein hilfreiches Mittel zur Unterstützung.

Therapiekarten

Die Lebenskarten sind eine Bereicherung für alle, die – ggfs. neben einer Therapie – an sich selbst arbeiten wollen.

Prof. Dr. Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin; entwickelte die Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie (PITT)

Was ist eine Borderline Persönlichkeitsstörung?

Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung handelt es sich um eine psychische Störung, bei der die Betroffenen enorme Schwierigkeiten haben, ihre Emotionen, Stimmungen und Impulse zu kontrollieren und in sozialen und zwischenmenschlichen Bereichen angemessen zu agieren. Sie sind starken und unberechenbaren Stimmungsschwankungen unterworfen, die dazu führen, dass sie weder ein stabiles Selbstbild entwickeln können noch konstruktive Beziehungen zu anderen Menschen aufrecht erhalten können.

Ursachen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung

Wie bei allen psychischen Störungen beruht auch die Borderline-Störung nicht auf einem Faktor allein. Die Forschung ist noch dabei, die verschiedenen Faktoren näher zu untersuchen, es gibt in bestimmten Bereichen aber schon einen gewissen Konsens, was zur Entstehung beitragen könnte.

  • Vererbung Hat man lange Zeit den Einfluss der Gene mehr oder weniger im Bereich psychischer Störungen ausgeklammert, so wird in den letzten Jahren deutlich, dass dieser Einfluss doch größer ist, als man angenommen hatte. Dabei geht man davon aus, dass nicht die Störung an sich vererbt wird, sondern eine Anfälligkeit für oder Disposition zu einer solchen Erkrankung genetisch weiter gegeben werden kann. Ob sie sich entwickelt, ist eine Frage der Lebensumstände.
  • Familiäre Bedingungen Ein ausschlaggebender Faktor für die Entstehung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung scheint das familiäre Umfeld zu sein, in dem ein Kind aufwächst. Zum einen gibt es dabei Familienstrukturen, die dysfunktional sind und in denen das Kind entweder missbraucht wird oder nicht die Stabilität erhält, die es zu einer gesunden Entwicklung benötigt. So bekommt es nie die Möglichkeit, grundlegende psychische Reifungsprozesse zu absolvieren. Auch eine Familie, in der schon Borderline-Störungen vorhanden sind, kann die Entwicklung einer solchen Störung bei anderen Familienmitgliedern begünstigen. Das Kind lernt am Modell, und wenn die Modelle bestimmte Verhaltensweisen und Störungen zeigen, kann es diese ebenfalls erlernen.
  • Traumata Ein schweres Trauma kann dazu führen, dass sich im Laufe der Zeit eine Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt, die den Versuch darstellt, das Trauma zu verarbeiten. Oft handelt es sich um Traumata, die durch sexuelle Übergriffe oder aber körperliche Misshandlungen erzeugt wurden. Die komplexe und widersprüchliche Situation bewirkt, dass sich Teile des Ichs abspalten, damit eine Verarbeitung der ambivalenten Erfahrungen möglich wird, und sich so eine instabile Persönlichkeit bildet.

Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Es gibt verschiedene Therapienmöglichkeiten für Borderliner um eine Borderline-Störung zu behandeln. Eine Therapieform die dabei oft zum Einsatz kommt ist die Dialektisch-behaviorale Therapie. Das vorrangige Ziel der Borderlinebehandlung ist es meistens, den Patienten dabei zu unterstützen, sich zu stabilisieren und auch in stresserzeugenden Situationen immer noch angemessen zu reagieren. Erst wenn eine gewisse Stabilisierung stattgefunden hat, kann mit der Bearbeitung des eigentlichen Traumas begonnen werden. Es ist oft auch sehr wichtig, Borderline-Angehörige in die Borderlinebehandlung einzubeziehen, besonders, wenn die Ursache für die Störung im familiären Umfeld vermutet wird. Denn solange in der Familie dysfunktionale Kommunikations- und Verhaltensmuster vorliegen, die nicht aufgelöst wurden, ist ein Therapieerfolg sehr fraglich.

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