Selbstcoaching lernen

Wohl jeder hat es schon erlebt, dass er sich zwar immer wieder etwas vorgenommen hat, diese guten Vorsätze aber häufig sehr schnell im Nirwana verschwunden sind. Und so ärgert man sich immer wieder über sich selbst, weil man ein  bestimmtes Ziel einfach nicht erreicht oder eine ungute Gewohnheit nicht loswerden kann. Oder aber man ist an irgendeiner Stelle blockiert, steckt fest und dreht sich nur noch im Kreis.

Normalerweise ist in solchen Fällen der klare Blick eines außenstehenden Menschen enorm hilfreich. Deshalb gehen viele Menschen zu einem Coach, um Unterstützung bei der Bewältigung dieser Themen zu bekommen. Die Aufgabe des Coaches ist es dabei, keine inhaltlichen Ratschläge zu geben, sondern Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Selbstcoaching als Alternative

Hat man keinen Coach in seinem Bekanntenkreis, der diese Aufgabe um der Freundschaft willen übernimmt, so kann man sich alternativ selbst coachen, wenn man sich nicht in der Lage sieht, einen professionellen Coach zu bezahlen. Dazu nimmt man selbst so gut es geht immer wieder die Rolle des Außenstehenden ein und sammelt Erkenntnisse, die man aus dieser Position bekommt und dann verwerten kann. So kann man mit seinen Werten arbeiten, eine Vision entwickeln oder gezielt Ziele umsetzen, an denen man bisher immer gescheitert ist.

Wichtig sind beim Selbstcoaching einige Prinzipien, ohne deren Einhaltung es nicht sehr gut funktionieren wird.

  • Absolute Ehrlichkeit
    Leider macht sich der Mensch oft selbst etwas vor. Ehrliche Erkenntnisse über sich können auch einmal schmerzhaft sein, und deshalb sucht man nach Ausreden, Entschuldigungen und Erklärungen, um sich dieser Erkenntnis nicht stellen zu müssen. Das vermeidet zwar kurzfristig unangenehme Gefühle, führt aber nur in eine Sackgasse. Deshalb ist Ehrlichkeit ein unbedingtes Muss.
  • Offenheit und Kreativität
    Will man sich selbst coachen, um sein Potenzial zu entwickeln oder eine Blockade zu bewältigen, so hilft es nicht weiter, wenn man stur an den bisherigen Strategien fest hält – denn diese haben ja bisher nicht funktioniert. Deshalb sollte man offen für Neues sein und auch kreativen Ideen eine Chance geben und sie nicht sofort verwerfen.
  • Geduld und kleine Schritte
    Eine große Gefahr beim Selbstcoaching ist es, dass man sich zu viel auf einmal vornimmt und dabei zu hohe Erwartungen hat. Deshalb sollte man unbedingt darauf achten, ein Thema nach dem anderen anzugehen und dieses in kleinen Schritten zu bearbeiten. So kann man immer wieder Erfolge feiern und gerät nicht in übermäßigen Frust.
  • Liebevoller Umgang mit sich selbst
    Leider neigen viele Menschen dazu, sich selbst so schlecht zu behandeln, wie sie es mit anderen Menschen nie tun würden. Bei einem Fehler zerfleischen sie sich innerlich und sind ihr härtester Kritiker. So bauen sie aber kein positives Selbstbild auf und zerstören regelmäßig immer wieder ihre Motivation. Stattdessen sollten sie ihre innere Nörgelstimme zügeln und sich lieber zum Beispiel mit den positiven Affirmationen der Lebenskarten regelmäßig liebevoll und unterstützend Mut zu sprechen.

Der Blick von außen auf sich selbst ist am Anfang sicher das Ungewohnteste beim Selbstcoaching. Sehr hilfreich ist dabei die Vorstellung, man säße im Kino und sähe sich selbst auf der Leinwand agieren. Aus dieser inneren Perspektive nimmt man ganz andere Dinge war, als wenn man wie üblich in seiner Haut steckt und emotional voll beteiligt ist.

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