Möglichkeiten zur Selbsthilfe bei Depressionen

Es gibt viele Maßnahmen im Bereich der Selbsthilfe bei Depressionen, die nützlich sein können und den Erfolg einer Therapie bedeutend unterstützen, sofern man nicht unter einer sehr schweren Depression leidet. Dabei gibt es einige Prinzipien, die bei den Selbsthilfemaßnahmen beachtet werden sollte.

  • Commitment und Selbstdisziplin
    Es ist wichtig, sich bei den Maßnahmen gegen die Depressionen ernsthaft zu verpflichten und ein wenig Selbstdisziplin aufzubringen, um am Ball zu bleiben. Dabei können Selbsthilfegruppen sehr hilfreich sein – wer seine Absichten und Pläne der Gruppe vorgestellt hat, wird sich viel schwerer tun, sich von einem Tief von der Durchführung abhalten zu lassen.
  • Aktivität und Struktur
    Ein strukturierter Tagesablauf und sinnvolle eingeplante Aktivitäten helfen dabei, das Sich-Treiben-Lassen einzudämmen und ein Gefühl der Kontrolle und Selbstbestätigung wieder zu erlangen. Dabei darf man sich nicht davon abhalten lassen, ob man gerade keinen Antrieb verspürt, sondern sollte die geplanten Aktivitäten auf jeden Fall durchführen, unabhängig von der Stimmung. Von vielen Betroffenen wird zum Beispiel Sport als sehr hilfreich empfunden, da dabei Serotonin ausgeschüttet wird und als Stimmungsaufheller wirkt.
  • Entwicklung positiver Denkansätze
    Mit Hilfe geeigneter Werkzeuge kann man auch im Rahmen der Selbsthilfe die negativen Denkmuster der Depression in Angriff nehmen und konstruktivere Überzeugungen entwickeln. Mit Hilfe von Lebenskarten kann man seine negativen Glaubenssätze überwinden und zu konstruktiven Gedanken und Affirmationen finden.

Die Lebenskarten mit ihrer sprachlichen und visuellen Stimulation finden nicht nur im Bereich der Selbsthilfe ihren Platz, sondern werden auch von vielen Therapeuten als nützliches Werkzeug in der Therapie eingesetzt, helfen sie doch, den Zugang zu unbewussten Ressourcen zu erlangen und diese sinnvoll zu nutzen. Besonders in der Kognitiven Verhaltenstherapie, die damit arbeitet, unbewusste schädliche Überzeugungen heraus zu arbeiten und durch konstruktive zu ersetzen, sind die Lebenskarten ein wertvolles Werkzeug, die den Zugang zu unbewussten Ressourcen sehr erleichtern können.

Therapiekarten

Die Lebenskarten sind eine Bereicherung für alle, die – ggfs. neben einer Therapie – an sich selbst arbeiten wollen.

Prof. Dr. Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin; entwickelte die Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie (PITT)

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