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Imaginationsübungen

Der Mensch hat die wunderbare Fähigkeit, mittels Imaginationsübungen innere Bilder und Filme zu entwickeln, die entweder vergangene Situationen herauf beschwören, zukünftige Situationen antizipieren oder ganz einfach eigentlich nicht existente Dinge auf den Bildschirm im Gehirn zu zaubern, weil sie spannend oder unterhaltsam sind. Diese Fähigkeit, lebendige und emotional starke Bilder zu erzeugen, nutzt man nicht nur in der Kunst, sondern sie ist auch in der Wissenschaft und der Psychologie von enormer Bedeutung.

Imagination in der Psychologie

Schon Sigmund Freud hat die Wirksamkeit und Bedeutung von Bildern erkannt und arbeitete sehr viel damit, Bilder und Symbole zu deuten und ihnen einen Sinn zu geben. Wenn auch die Traumdeutung durch den Analytiker im wissenschaftlichen Bereich sicher nicht mehr die Bedeutung hat, die man ihr früher  zuschrieb, so ist die Imagination doch aus der heutigen Psychologie und Psychotherapie nicht mehr weg zu denken.

So nutzt man diese Fähigkeit zur Imagination in der Hypnose, der Meditation, der Logotherapie und der Kognitiven Verhaltenstherapie, um nur einige zu nennen. Auch Traumbilder sind immer noch wichtig, nur deutet sie nicht mehr der Therapeut, sondern er arbeitet mit den Assoziationen, die die Imaginationen im Klienten auslösen.


Imaginationen als Information

Der Therapeut kann mit seinem Klienten besonders wiederkehrende Bilder als wertvolle Information nutzen, die Botschaften des Unbewussten übermitteln. Dabei interpretiert der Therapeut die Bilder nicht unbedingt selbst, sondern hilft seinem Klienten durch gezielte Fragen dabei, selbst die Bedeutung der Bilder heraus zu finden und Konsequenzen daraus zu ziehen.


Imaginationsübungen

In vielen Therapierichtungen werden Imaginationen als Mittel der geistigen Übung genutzt. So kann sich der Klient bei der Arbeit an einer Phobie zum Beispiel vorstellen, wie er mit der angstauslösenden Situation ressourcevoller umgehen könnte, ohne wieder in Panik zu verfallen. Auch im Bereich von Therapien, die von einem Modell innerer Anteile ausgehen, sind Imaginationsübungen sehr wirkungsvoll – so kann man sich zum Beispiel vorstellen, wie das Innere Kind an einem sicheren Ort ist und die liebevolle Fürsorge erfährt, die es im realen Leben vielleicht vermisst hat.


Imaginationen als mentales Training

Es gibt wohl kaum noch einen Sportler, Schauspieler oder auch Politiker, der die Kraft der Imagination nicht zur Steigerung seiner Leistung benutzen würde. Im Bereich des mentalen Trainings bedeutet das, dass man sich den idealen Ablauf des bevorstehenden herausfordernden Ereignisses vorstellt und diese optimierte Version so lange vor dem inneren Auge ablaufen lässt, bis sie sehr vertraut erscheint. So stimmt man sich auf einen erfolgreichen Ablauf ein, statt sich durch Horrorvorstellungen zu demotivieren.

Die Imaginationstherapien und Imaginationsübungen profitieren oft von einer realen visuellen Stimulierung, da es vielen Menschen leichter fällt, ausgehend von existierenden Bildern ihre eigenen zu entwickeln. Deshalb ist ein Werkzeug wie die Lebenskarten ein oft genutztes für Imaginationsübungen, denn ausgehend von den Affirmationen und Bildern auf den Karten können die Klienten ihre eigenen Imaginationen häufig schneller und leichter entwickeln.



Was sind Imaginationsübungen? 

Imaginationsübungen werden in verschiedenen Therapierichtungen eingesetzt. Das Ziel ist es, durch das bewusste und gesteuerte Vorstellen innerer Bilder Ressourcen zu aktivieren, die dabei helfen, mit einem Problem um zu gehen oder eine innere Blockade zu lösen. Schon Sigmund Freud arbeitete mit Imaginationen, und diese Tradition findet sich in vielen weiteren Therapierichtungen.


Formen von Imaginationsübungen

Je nach dem Ziel, welches verfolgt wird, kann man zwei grundlegende Arten von Imaginationsübungen unterschieden.

  • Assoziierte Imaginationen
    Bei dieser Form der Imaginationsübung geht es darum, sich innere Ressourcen besser zu erschließen, auf die man im Alltag oder in einer Krisensituation womöglich keinen Zugriff hat. Assoziiert bedeutet dabei, dass der Klient sich die inneren Bilder oder Filme so emotional intensiv wie möglich vorstellt, als würde das, was er sich vorstellt, im Hier und Jetzt passieren.
    Der Klient erlebt die Bilder oder den Film dabei aus seiner eigenen Perspektive, als wäre er mitten im Geschehen und würde alles als Akteur durch seine Augen betrachten. Diese Perspektive ist emotional am Intensivsten und kann die inneren Ressourcen am besten aktivieren.
    Diese Form der Imaginationsübungen wird dann eingesetzt, wenn der Klient in einer Krisensituation zum Beispiel Gelassenheit, Selbstvertrauen oder Ruhe aktivieren möchte, um angemessen reagieren zu können.
  • Dissoziierte Imaginationen
    Diese Art der Imaginationsübung soll dem Klienten helfen, eine gewisse emotionale Distanz zu seinen inneren Bildern zu behalten. Er betrachtet das Geschehen dabei aus der Perspektive eines Kinozuschauers, der das Geschehen auf der Leinwand nur als Beobachter verfolgt – er selbst ist während der Imagination nicht am Geschehen beteiligt. So kann er eine innere Distanz wahren und das Gesehen analysieren und hilfreiche Informationen gewinnen.
    Diese Form wird dann eingesetzt, wenn diese emotionale Distanz essentiell ist. Das ist zum Beispiel bei der Bearbeitung von Traumata der Fall, die emotional so belastend sind, dass sie nicht wieder erlebt werden sollen. Daher ist die Betrachtung aus dieser Distanz oft der einzige Weg, sich dem Trauma zu nähern und es so bearbeiten zu können.


Einsatzgebiete der Imaginationsübungen

Ein Einsatzgebiet von Imaginationsübungen ist der ganze Sektor der persönlichen Weiterentwicklung und Leistungssteigerung. So arbeiten zum Beispiel Sportler sehr viel mit Imaginationsübungen, um sich mental und emotional auf einen Wettbewerb oder Ähnliches vorzubereiten und in optimaler Form zu sein. Im Alltag kann man durch positive Imaginationsübungen seine eigenen Ressourcen und Fähigkeiten besser aktivieren und so das Selbstvertrauen stärken und erfolgreicher auch mit schwierigen Situationen umgehen.

Im therapeutischen Bereich werden Imaginationsübungen bei verschiedenen Problemfeldern eingesetzt. So sind sie ein wichtiger Bestandteil bei der Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung, bei der die emotionale Distanz zum Geschehen kritisch und ausschlaggebend ist. Auch bei der Dissoziativen Identitätsstörung oder der Borderline-Persönlichkeitsstörung kommen Imaginationsübungen sehr viel zum Einsatz.

In allen Fällen wird der Klient beim ersten Mal angeleitet, wie genau die Imaginationsübung durch zu führen ist und worauf er achten sollte. Hat er den Ansatz und Ablauf der Übungen verinnerlicht, so können diese therapiebegleitend regelmäßig auch außerhalb der Sitzungen ausgeführt werden.

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