Das Innere Kind – Übungen

Kinder sind sehr lange Zeit äußerst abhängig davon, dass die Umwelt ihre Bedürfnisse befriedigt. Geschieht dies nicht – wie es wohl bei jedem Menschen vorkommen kann -, so liegen diese Bedürfnisse weiter brach und hindern den erwachsenen Menschen daran, sich angemessen und reif zu verhalten. Er bekommt einen Wutanfall, bricht in Tränen aus, läuft vor einer Situation davon oder fühlt sich hilflos und unsicher, weil sich in diesen für ihn schwierigen Situationen das Innere Kind Bahn bricht und auf diese kindliche Weise reagiert.

Bei der Arbeit mit dem Inneren Kind geht es darum, mit diesem Kontakt aufzunehmen, es anzunehmen und ihm das zu geben, was es so lange schmerzlich vermisst hat. So kann auch dieser Persönlichkeitsanteil einen Entwicklungsprozess starten, nachdem die alten Wunden geheilt sind. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es verschiedene Übungen mit dem Inneren Kind

Übungen zur Kontaktaufnahme mit dem Inneren Kind

Verschiedene Übungen sollen es erleichtern, mit dem Inneren Kind in Kontakt zu treten.

  • Fotoübung
    Bei dieser Übung benutzt man idealerweise ein Foto aus der Kindheit, auf dem man vielleicht gar nicht so glücklich aussieht. Nun versetzt man sich in das Kind auf dem Foto hinein und versucht heraus zu finden, was es gefühlt und gedacht hat. Man kann auch ein Gespräch mit dem Inneren Kind führen, ihm beteuern, dass man für es da ist, und es fragen, welche Bedürfnisse es hat und was es besonders dringend braucht.
  • Das Innere Kind im Arm
    Bei dieser Übung stellt man sich vor, dass man sein jüngeres Ich als Inneres Kind auf dem Arm hält. Als Hilfe kann man dabei gerne eine Puppe, ein Kuscheltier oder auch einfach ein Kissen nehmen. Wenn man nun die Augen schließt und an das Innere Kind denkt, kann man sich gut in seinen emotionalen Zustand hinein versetzen und erspüren, welche Bedürfnisse gestillt werden müssen.

Gerade, wenn man zum ersten Mal mit seinem Inneren Kind in Kontakt tritt, kann es zu sehr emotionalen Erlebnissen kommen – Wut, Schmerz, aber auch Trauer können spürbar werden. Das ist aber völlig in Ordnung und eher ein Zeichen dafür, dass man den Kontakt aufgebaut hat.

Übungen zur Heilung des Inneren Kindes

Wenn man einmal Kontakt zum Inneren Kind aufgenommen und etabliert hat, kann man nun daran gehen, die alten Wunden aus der Kindheit zu heilen.

  • Der innere Schutzraum
    Besonders dann, wenn das Innere Kind sehr ängstlich ist, braucht es Schutz und einen Rückzugsort, an dem es sich sicher fühlen kann. Dazu stellt man sich innerlich einen angenehmen Ort der Sicherheit und des Wohlfühlens vor – der kann bei den Menschen sehr verschieden aussehen. Für den einen ist es vielleicht eine Sommerwiese, für den anderen ein kuscheliges Wohnzimmer. Dann führt man sein Inneres Kind an diesen Ort und versichert ihm, dass es ihn jederzeit aufsuchen kann und dort vor allen Gefahren sicher und geschützt ist.
  • Bedürfnisse des Inneren Kindes erfüllen
    In dieser Übung befragt man vorher das Innere Kind, welches Bedürfnis es dringend gestillt haben möchte. Vielleicht ist es einfach Liebe, vielleicht ist es auch kritiklose Anerkennung. Man stellt sich wieder vor, das Innere Kind in den Arm zu nehmen, und gibt ihm dann aus vollem Herzen das, was es braucht.

Bei der Arbeit mit den Übungen zum Inneren Kind kann man auch die Lebenskarten gut einsetzen. Sie können verborgene Bedürfnisse aufdecken und das Innere Kind mit positiven Affirmationen stärken.

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