Wie Lebenskarten für die Arbeit mit Kognitionen in der Kognitiven Verhaltenstherapie eingesetzt werden können

Die Arbeit mit Kognitionen wird in der Kognitiven Verhaltenstherapie bei vielen psychischen Störungen und Problemen eingesetzt. Ihr zentraler Ansatzpunkt ist das Denkgebäude des Klienten, welches ihn durch seinen negativen und einschränkenden Charakter an der Gesundung oder Weiterentwicklung hindert. Diese negativen Kognitionen oder Glaubenssätze sollen aufgespürt und aufgebrochen werden, um mehr Freiheit und Flexibilität zu gewinnen.

Daher werden die Lebenskarten in der Arbeit mit Kognitionen besonders gerne eingesetzt. Denn sie eignen sich die bestens dazu, den Klienten dabei zu unterstützen, neue und positivere Denkweisen zu entwickeln. Die Glaubenssätze der Karten kleiden das in Worte, wofür der Klient bisher noch keine eigenen gefunden hat, und können so als Ausgangspunkt für die Entwicklung unterstützender Überzeugungen dienen.

 

Therapiekarten

Die Lebenskarten sind eine Bereicherung für alle, die – ggfs. neben einer Therapie – an sich selbst arbeiten wollen.

Prof. Dr. Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin; entwickelte die Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie (PITT)

Was ist kognitive Verhaltenstherapie?

Die kognitive Verhaltenstherapie wurde in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt, als maßgeblich gilt Aaron Beck. Im Gegensatz zum Behaviourismus, der davon ausging, dass man am nur Verhalten des Menschen ansetzen müsse, bezieht die kognitive Verhaltenstherapie auch die Denkschemata des Menschen mit ein, um Veränderung und Wachstum zu erreichen.

Unter Kognitionen versteht man die Gesamtheit von Einstellungen, Überzeugungen, Bewertungen, Gedanken und Interpretationen von Verhaltensweisen oder Situationen. Diese bestimmen ganz zentral das Verhalten des Menschen – will man dieses ändern, so ändert man am besten die zugrunde liegenden Kognitionen, so die These.

Da aber nicht alle Verhaltensweisen durch rein rationale Betrachtungen geändert werden können, kombiniert die kognitive Verhaltenstherapie die kognitiven Ansätze mit Ansätzen aus der reinen Verhaltenstheorie. Neben der Auflösungen hinderlicher Denkmuster werden parallel dazu Fertigkeiten eingeübt wie Entspannungs- und Beruhigungstechniken oder die Desensibilisierungsstrategie, bei der der Klient sukzessive einem von ihm negativ empfundenen Reiz ausgesetzt wird, um eine übertriebene Reaktion darauf zu verlernen.

Phasen der kognitiven Verhaltenstherapie

In dieser Therapieform geht man üblicherweise in sechs Phasen vor:

  1. Psychologische Bestandsaufnahme
    In dieser Phase klärt der Therapeut mit seinem Klienten, welche Kognitionen vorhanden sind und zu Problemen führen. Es finden also eine Bestandsaufnahme und Diagnose statt, anhand derer der Therapeut entscheiden kann, an welcher Stelle er am sinnvollsten ansetzt.
  2. Entwicklung neuer Denkschemata
    Der Therapeut unterstützt den Klienten dabei, statt der alten und einschränkenden Denkmuster neue Schemata und Konzepte zu entwickeln, mit Hilfe derer er angemessenere Verhaltensweisen entwickeln kann. So werden zum Beispiel standardmäßig negative Interpretationen bestimmter Verhaltensweisen durch realistische, angemessenere ersetzt.
  3. Erlernen von Fähigkeiten
    Wenn die einschränkenden Denkmuster aufgelöst wurden, kann es sein, dass der Klient neue Fähigkeiten erwerben muss, wenn er neue Reaktionen zeigen möchte. Dazu kann in der Praxis geübt werden, aber auch Methoden wie die Imagination kommen dabei zum Einsatz.
  4. Festigung und Anwendung der erworbenen Fähigkeiten
    In dieser Phase der Therapie werden die neu erworbenen Fähigkeiten konsolidiert, gefestigt und in der Anwendung erprobt. So soll sicher gestellt werden, dass der Klient sie verinnerlicht hat und auch in Stresssituationen darauf zurück greifen kann.
  5. Generalisierung und Aufrechterhaltung
    Erworbene neue Denkmuster und Verhaltensweisen werden nun von der ursprünglichen spezifischen Situation auf weitere ähnliche Situationen ausgeweitet, damit die neuen Erkenntnisse flächendeckend angewendet werden können. Außerdem bespricht der Therapeut mit seinem Klienten, was er tun kann, um seine neuen Denkmuster und Reaktionen auf Dauer aufrecht zu erhalten und so Rückfallprävention zu betreiben.
  6. Nachbeobachtung
    Der Therapeut bespricht mit seinem Klienten, nach welchem Zeitraum eine kurze Nachbeobachtung statt finden sollte, um fest stellen zu können, ob der Therapieerfolg von Dauer war und ob es weitere Maßnahmen gibt, die ergriffen werden sollten.

Anwendungsbereiche der kognitiven Verhaltenstherapie

Für diese Therapieformen gibt es ein weites Anwendungsspektrum. Besonders erfolgreich ist dieser Ansatz im Bereich der Depression und der Angststörungen, aber auch bei Formen der Schizophrenie, bei Psychosen oder bei affektiven Störungen zeigt die Therapie gute Ergebnisse.

Die kognitive Verhaltenstherapie kann im üblichen Setting – Therapeut und Klient treffen sich vor Ort – praktiziert werden, es gibt aber auch computergestützte Ansätze, bei denen der Klient am PC arbeitet. In verschiedenen Studien wurde überprüft, ob dieser moderne Ansatz auch positive Ergebnisse zeigt, was der Fall war.

Kognitive Verhaltenstherapie – entwickelt von Aaron Beck und Albert Ellis

Der Mensch erzeugt seine Gefühle durch seine Gedanken. Das könnte man als zentralen Glaubenssatz der Kognitiven Verhaltenstherapie ansehen, die in den 1960er Jahren von Aaron Beck und Albert Ellis entwickelt wurde. Beide gingen davon aus, dass unsere Gefühle, Stimmungen und Verhaltensweisen von unseren Kognitionen, also Gedanken, Überzeugungen, Bewertungen und Einstellungen, erzeugt werden. Jeder Mensch erschafft selbst die Welt, in der er lebt – was zählt, ist nicht die objektive Wirklichkeit, sondern die subjektive Wahrnehmung und Interpretation derselben. So wird die kognitive Verhaltenstherapie als Hilfe bei Depressionen eingesetzt.

Sind diese Kognitionen negativ oder schädlich, schränken sie den Menschen in seiner Flexibilität ein und erzeugen Probleme dabei, sich weiter zu entwickeln und in den verschiedensten Situationen adäquat zu reagieren. Sie setzen ihm sozusagen Scheuklappen auf und lassen nur ein sehr begrenztes Spektrum an Wahrnehmungen und Reaktionen zu.

Ziel der Kognitiven Verhaltenstherapie

Das grundlegende Ziel der Verhaltenstherapie ist es, durch das Aufbrechen dieser einengenden Kognitionen wieder mehr Flexibilität und persönliche Entwicklung zu ermöglichen. Dabei hinterfragt der Klient sein Selbstbild und arbeitet daran, eine angemesseneres positives Selbstbild zu entwickeln. So soll erreicht werden, dass selbstabwertendes und blockierendes Verhalten zukünftig nicht mehr auftreten.

Kernpunkte der kognitiven Verhaltenstherapie

Die Therapie arbeitet mit dem Erzeugen bewusster Erkenntnisse und der Ableitung von Handlungskonsequenzen aus diesen Erkenntnissen. Dabei sind die folgenden Bausteine wichtig:

  • Akzeptanz der Abhängigkeit von Gefühlen und Gedanken
    Viele Klienten empfinden sich oft als hilfloses Opfer äußerer Einflüsse, das auf einen Reiz oder ein Ereignis nur automatisch reagieren kann. Die Akzeptanz, dass die eigenen Gedanken für die Gefühle und Verhaltensweisen verantwortlich sind, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur autonomen Selbstbestimmung.
  • Herausarbeiten und Bewusstmachung einschränkender Überzeugungen und Glaubenssätze
    Den meisten Klienten ist gar nicht bewusst, wie sie sich mit ihren inneren Überzeugungen selbst sabotieren. In der Therapie geht es darum, diese einschränkenden Glaubensätze zu finden und zu unterstützenden Glaubenssätzen umzuformulieren.
  • Erprobung neuer Handlungskonzepte
    Wenn einschränkende Kognitionen gefunden und durch hilfreiche ersetzt wurden, muss diese Erkenntnis natürlich auch praktische Konsequenzen haben. Auf Basis seiner neuen Überzeugungen kann der Klient nun daran arbeiten, für sich auch neue Verhaltensweisen zu entwickeln, die bisher nicht in seinem Repertoire enthalten waren.

Beliebtes Werkzeug in der Kognitiven Verhaltenstherapie: Lebenskarten

Da der zentrale Punkt in der Kognitiven Verhaltenstherapie bei Depressionen ja die Arbeit mit schädlichen und einschränkenden Kognitionen und Überzeugungen ist, eignen sich die Lebenskarten besonders gut dazu, den Klienten dabei zu unterstützen, neue und positivere Denkweisen zu entwickeln. Die Affirmationen kleiden das in Worte, wofür der Klient bisher noch keine eigenen gefunden hat, und können so als Ausgangspunkt für die Entwicklung unterstützender Überzeugungen dienen.

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