Streitschlichtung – Definition, Ansätze und Einsatzbereiche

Unter dem Prozess der Streitschlichtung versteht man ein Verfahren, bei dem eine dritte Person, die von den beiden streitenden Parteien als unparteiisch wahrgenommen wird, versucht, eine gütliche Einigung für das Streitthema zu finden. Dabei sollen beide Parteien konstruktiv an der Suche nach adäquaten Lösungen mitarbeiten.

Eine sehr positive Entwicklung ist sicher der vermehrte Einsatz von Streitschlichtungen in Schulen. Dabei werden nicht nur Erwachsene als Streitschlichter eingesetzt, sondern auch geschulte Schüler übernehmen diese Rolle, da sie oft von den streitenden Parteien ernster genommen werden.

Die Aufgabe des Schlichters oder auch Mediators ist es eine weitere Eskalation des Konfliktes zu verhindern. Dazu wird er eingreifen, wenn Emotionen überzukochen drohen, er oder sie wird auf einem respektvollen Umgang der Parteien miteinander bestehen und durch seine oder ihre neutrale Sichtweise des Außenseiters Aspekte aufzeigen, die den betroffenen Parteien womöglich entgangen sind.

Ansätze und Prinzipien bei der Streitschlichtung

Verschiedene Prinzipien und Ansätze sind notwendig, um eine Streitschlichtung erfolgreich durchführen zu können.

  • Konsens statt Kompromiss
    Ein Kompromiss ist in den meisten Fällen nur eine temporäre Lösung für einen Streit, da es – zumindest gefühlsmäßig – immer einen Gewinner und einen Verlierer gibt. Selbst wenn man sich auf fünfzig-fünfzig geeinigt hat, so nagt doch an jedem Kontrahenten weiterhin die Frage, ob er oder sie nicht noch mehr hätte heraus holen können. Und so wird dann die erste Gelegenheit ergriffen, den Kompromiss mit besseren Ergebnissen für sich selbst zu unterlaufen.
    Bei einem Konsens hingegen haben sich beide Parteien auf eine Lösung geeinigt, die die Bedürfnisse beider Kontrahenten zu hundert Prozent befriedigt. Solch ein echter Win-Win-Ansatz ist erheblich stabiler und tragfähiger als noch der beste Kompromiss.
  • Neutralität und Verschwiegenheit des Schlichters
    Die Streitschlichtung oder Mediation kann nur funktionieren, wenn der Mediator davon Abstand hält, Partei zu ergreifen. Da jeder Mensch mit seinen eigenen Werten und Meinungen an ein Thema heran geht, ist dies sicher eine große Herausforderung für den Schlichter – nicht umsonst durchlaufen diese im Normalfall eine fundierte Ausbildung. Und auch die Verschwiegenheit ist ein unabdingbarer Faktor – niemand öffnet sich mit intimen persönlichen Themen einer Person, deren Diskretion man nicht vertraut.

Die Formen und Werkzeuge, die bei einer Streitschlichtung zum Tragen kommen, sind sehr unterschiedlich. Alles, was dazu dienen kann, den Standpunkt des Kontrahenten zu verstehen, kann eingesetzt werden. Das kann ein gemeinsames Brainstorming sein, oder auch die Arbeit mit den Lebenskarten, mit denen die streitenden Parteien ihre Werte und Überzeugungen besonders plakativ deutlich machen können.

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