Wie Lebenskarten in der Psychotherapie eingesetzt werden

Seit dem Entstehen der Psychoanalyse, die vom Pionier Sigmund Freud entwickelt wurde, ist das Feld verschiedener Behandlungsmethoden bei psychischen Störungen und Problemen weit gefächert. Im Laufe der Zeit haben sich neben der Psychoanalyse verschiedenste Ansätze und Schulen entwickelt, die mit unterschiedlichen Methoden und Werkzeugen arbeiten.

Ein Werkzeug, welches in vielen Therapien eingesetzt wird, stellen die Lebenskarten dar. Dabei handelt es sich um einen Satz von Karten, die jeweils eine positive Affirmation oder einen Grundsatz beinhalten. Dieser Satz ist in einer farbigen Art Handschrift aufgedruckt und mit Visualisierungen in einem eher kindhaften Stil versehen, die sehr gut das Unbewusste ansprechen, welches lieber einfache und ursprüngliche Bilder versteht als komplexe oder stark abstrahierte.

Therapiekarten

Die Lebenskarten sind eine Bereicherung für alle, die – ggfs. neben einer Therapie – an sich selbst arbeiten wollen.

Prof. Dr. Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin; entwickelte die Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie (PITT)

Beispiele für den Einsatz in der Psychotherapie

Die Lebenskarten können in sehr vielen psychotherapeutischen Schulen eingesetzt werden, da sie vielfältig nutzbar sind.

  • Kognitive Verhaltenstherapie nach Aaron Beck
    Diese Therapieform zielt ganz auf das  Bewusstsein ab. Schädliche Denkmuster und Glaubenssätze sollen identifiziert und modifiziert werden, um neue Verhaltensmöglichkeiten zu erschließen. Die Lebenskarten sind dabei sehr hilfreich, neue und unterstützende Glaubenssätze zu finden.
  • Systemische Therapie nach Virginia Satir
    Der Ansatz der systemischen Therapie liegt in der Einbeziehung aller betroffenen Personen. Virginia Satir war der Meinung, dass man nicht nur ein Element des Systems behandeln könne, sondern dass sich die Beziehungen und Rollen neu ordnen müssten. Hier können die Lebenskarten sehr gut eingesetzt werden, um neue Sichtweisen und Perspektiven auf die verschiedenen Personen zu triggern.
  • Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) nach Luise Reddemann
    Luise Reddemann arbeitet mit der Idee verschiedener Persönlichkeitsanteile, die im Idealfall integrativ miteinander arbeiten und kommunizieren. Bei einer psychischen Krankheit ist diese Kommunikation gestört und muss wieder aufgebaut werden. Die Lebenskarten (sie sind übrigens während einer PITT entstanden) ermöglichen es hier, benötigte Ressourcen ausfindig zu machen und dem problembehafteten Teil zugänglich zu machen, damit er sich entwickeln kann.
  • Hypnosetherapie nach Milton Erickson
    Milton Erickson gilt als der Begründer der Hypnotherapie. Bei dieser Therapieform geht es darum, die Ressourcen des Unbewussten zu nutzen, um einen Therapieerfolg zu erzielen. Die Lebenskarten können hier dazu genutzt werden, Affirmationen zu finden, die der Therapeut dem Klienten dann in der Hypnose suggeriert, um sie fest im Unbewussten zu verankern.
  • Gesprächstherapie nach Carl Rogers
    Die Gesprächstherapie hat zum Ziel, durch intensive Gespräche relevante Themen zu bearbeiten und Blockaden aufzulösen. Dabei liefern die Lebenskarten zum Beispiel eine Hilfestellung bei der Themenfindung, indem der Klient spontan Karten auswählt, die ihn besonders ansprechen. In der Therapiesitzung kann dann ergründet werden, warum diese Karte so wichtig ist und in welchem Zusammenhang das Thema mit dem Problem des Klienten steht.

Folgend finden Sie weitere Psychotherapie Themen in denen Lebenskarten auf verschiedene Art und Weise eingesetzt werden können:

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