Positive Therapie – Ansätze und Beispiele in Psychotherapie

Die positive Therapie oder Positive Psychotherapie unterscheidet sich in ihrem Ansatz von der Psychoanalyse oder der klassischen Verhaltenstherapie. Sie entstand im Rahmen der Entwicklung der Salutogenese in Medizin und Psychologie, die einen neuen Forschungsansatz etablierte. Bisher war der Ansatz in diesen Bereichen der gewesen, nach Störungen zu suchen, ihre Ursachen zu finden und sie dann möglichst zu beseitigen – ein klassischer problemorientierter Ansatz..

Die Salutogenese und auch die positive Therapie verfolgen einen ganz anderen, lösungsorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage: Was hält Menschen gesund? Wie unterscheiden sich Menschen, die der gleichen Situation ausgesetzt sind und von denen einer krank wird, der andere aber gesund bleibt?

Ansatz der positiven Therapie

In diesem gedanklichen Rahmen geht die positive Therapie davon aus, dass ein Mensch grundsätzlich gesund und gut ist und eigentlich alle Ressourcen hat, die er braucht, um ein erfolgreiches und erfüllendes Leben zu führen. Er benötigt nur manchmal etwas Unterstützung, um diese Ressourcen frei zu legen und den Zugriff auf sie zu erlangen. Deshalb ist die positive Therapie lösungs- und nicht problemorientiert und erforscht die Ursachen einer bestehenden Disbalance nur so weit, wie es nötig ist, um eine Lösung dafür zu finden.

Der positive Ansatz drückt sich auch in dem Verständnis von sogenannten Störungen aus. Diese werden in der positiven Therapie nicht als Störungen, die es zu bekämpfen gilt, begriffen, sondern als wertvolle Ressourcen, die man nutzen kann. Eine Störung ist dann nichts anderes als eine Fähigkeit, die übertrieben und nicht dem Kontext angepasst eingesetzt wird. Daher muss man mit dem Klienten nur eine Anpassung erarbeiten, wie er in Zukunft diese Fähigkeit dem Kontext angemessen und ohne schädliche Nebenwirkungen einsetzen kann.

Richtungen in der positiven Therapie

Verschiedene moderne Psychotherapien verfolgen diesen positiven Ansatz.

  • Die Positive Psychotherapie

    Der Entwickler dieser Therapieform Nosrat Peseschkian kann als Begründer des positiven Ansatzes im Bereich der Therapie angesehen werden. Diese Therapieform hat einen ganzheitlichen Ansatz und erfordert die aktive Mitarbeit des Klienten, der lernen soll, für sich und sein Wohlergehen die Verantwortung zu übernehmen.

  • Ego State Therapie

    Auch die Ego State Therapie hat diesen positiven Blickwinkel. Der abgespaltene Teil wird gleichfalls als Ressource gesehen, die mittels der Therapie sinnvoll genutzt werden soll und wieder in das innere Team an Persönlichkeitsanteilen integriert werden soll.

  • PITT

    Die psychodynamische-imaginative Traumatherapie von Luise Reddemann arbeitet ebenfalls lösungsorientiert mit einem positiven Menschenbild. Der Klient soll zuerst einmal seine eigenen Ressourcen zur Stabilisierung nutzen, ehe man das zugrunde liegende Trauma in Angriff nimmt.

Es werden von den verschiedenen Schulen unterschiedliche Werkzeuge eingesetzt, die bei der Informationsgewinnung und der Entwicklung einer ausbalancierten Persönlichkeit helfen können. Dazu gehören verschiedenen Formen der Visualisierung, innere Reisen in einer leichten Trance oder die Anregung des Unbewussten.

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