Zirkuläre Fragen in der Systemischen Familientherapie

Die Systemische Familientherapie geht davon aus, dass in einem Verbund von Menschen nicht einer allein eine Störung erzeugt oder gar darstellt, sondern dass die Interaktionen, Beziehungen und Rollen in diesem Verbund eines große Rolle spielen. Daher wird nicht isoliert ein Patient behandelt, sondern alle betroffenen Familienmitglieder werden in die Therapie mit einbezogen.

Das Ziel der Therapie ist es, schädliche und festgefahrene Kommunikationsmuster und Rollen zu identifizieren und aufzubrechen, damit die starren Zuschreibungen wieder dynamisch und flexibel werden. Ein Instrument, welches dabei zum Einsatz kommt, sind sogenannte zirkuläre Fragen.

Begriff der zirkulären Frage

Unter einer zirkulären Frage versteht man eine Frage nach den Gefühlen und Gedanken einer anderen Person. Man fragt zum Beispiel den Sohn, was seine Mutter wohl fühlen mag, wenn der Vater sie anschreit. Durch diese Art der Fragestellung kann man die befragte Person dazu bringen, die Perspektive eines anderen Menschen einzunehmen und sich empathisch in dessen mögliche Gefühle und Reaktionen hinein zu versetzen.

Da die anderen Beteiligten die Antworten und Vermutungen der befragten Person mit bekommen, können sie dann dazu Stellung nehmen und die Antwort bejahen oder korrigieren. So kann eine neue, echte Kommunikation entstehen, die die alten und starren Muster der Kommunikation hinter sich lässt und wieder einen ehrlichen Dialog ermöglicht.

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