Wie Lebenskarten in der Systemischen Therapie eingesetzt werden

Die Systemische Therapie nutzt die Erkenntnis, dass jeder Mensch in ein System von Beziehungen und Interaktionen eingebunden ist, mit dem er ständig kommuniziert. Bei psychischen Problemen Einzelner muss daher das Umfeld mit einbezogen werden. Das Ziel der Systemischen Therapie ist es, schädliche und blockierende Beziehungen zu erkennen und zu verändern.

Die Lebenskarten können dazu eingesetzt werden, dieses Beziehungsgeflecht zu erkennen und die dahinter liegenden Überzeugungen aufzudecken. Sie können dabei helfen, konstruktive Muster zu entwickeln. Auch im Reframing in der Systemischen Therapie werden die Karten gerne eingesetzt, um negativen Denk- und Handlungsmustern positive Glaubenssätze und Lebenseinsichten gegenüberzustellen.

 

Therapiekarten

Die Lebenskarten sind eine Bereicherung für alle, die – ggfs. neben einer Therapie – an sich selbst arbeiten wollen.

Prof. Dr. Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin; entwickelte die Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie (PITT)

Die systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das die Selbstheilungskräfte des bzw. der Patienten ins Zentrum der gemeinsamen Arbeit mit dem Therapeuten stellt. Mittlerweile gibt es diese Therapieform in verschiedenen Settings: als Gruppen-, Familien-, Paar- und auch Einzeltherapie. In der systemischen Therapie wird der Einzelne stets im Kontext eines Systems betrachtet, das ihn positiv wie negativ beeinflusst. Ein System ist beispielsweise die Familie, ein Projektteam im Beruf oder die partnerschaftliche Beziehung.

Ziel der systemischen Therapie ist es, mithilfe von gezielten Interventionen Veränderungsprozesse im System anzuregen. Dabei geht es vor allem darum, die Selbstorganisation zu aktiveren und das Spektrum an Lösungen für das aktuell vorherrschende Problem zu vergrößern. Welche Lösung letztendlich gefunden wird, wie die Veränderung genau aussieht, ist nicht vorhersehbar. Denn kennzeichnend für die systemische Therapie ist die Annahme, dass die Problemlösung vom System selbst entwickelt und nicht vom Therapeuten bewusst hervorgerufen wird.

Hilfreich sind systemische Therapien häufig bei Familien- und Paarkonflikten. Doch auch bei der Behandlung psychischer Erkrankungen, wie Depressionen, dem Burnout-Syndrom oder Angstzuständen, führt der systemische Ansatz heute vielfach zum Erfolg.

Die systemische Haltung – ein anderer Blick

Negativ auffällige Verhaltensweisen einer oder auch mehrerer Personen werden in der systemischen Therapie auf Probleme oder Konflikte innerhalb eines Systems zurückgeführt. Das betreffende Verhalten wird dabei nicht als Störung, sondern als derzeit beste Lösung für die aktuelle Problematik wahrgenommen und auch wertgeschätzt. Im Vergleich zu anderen psychotherapeutischen Fachrichtungen liegt in der systemischen Therapie also ein anderes Störungsverständnis vor, weshalb in dieser Disziplin die Bezeichnungen Klient und Beratung (anstelle von Patient und Therapie) bevorzugt werden.

Systemische Therapie basiert auf einer klienten- und lösungsorientierten Haltung aller an der Behandlung Beteiligten. Das heißt unter anderem, dass der Klient bzw. die Klienten die Problemsituation eigenständig darstellen und auch das gewünschte Therapieziel, in der Art eines Auftrags, selbst festlegen. Hierbei wird therapeutisch meist mit der Formulierung von Hypothesen gearbeitet.

Voraussetzung ist außerdem, dass die Ursache der Problematik nicht zwingend geklärt werden muss. Im Fokus steht die Lösungsentwicklung und -findung. Hierzu dienen vom Therapeuten eingeleitete Maßnahmen, wie z. B. zirkuläre Fragen, paradoxe Interventionen, Reframing oder Skulpturarbeit etc. Bestandteil einer systemischen Therapie ist häufig auch die Methode des Reflecting Teams. Gemeinsames Ziel all dieser Interventionen ist es, das meist im problemorientierten Handeln und Denken festgefahrene System in Bewegung und damit auf den Weg zu einer erfolgreichen Problemlösung zu bringen.

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