Inhaltsreframing – Definition & Einsatzmöglichkeiten

Jeder Mensch entwickelt im Laufe seiner persönlichen Geschichte geistige Muster und Strukturen, die ihm helfen sollen, sich in der Welt zu orientieren und sich in ihr zurecht zu finden. Viele dieser Muster oder Rahmen sind unbewusst, und sie können das Erleben und Handeln blockieren und einschränken. Das Reframing hat das Ziel, einen neuen, erweiterten Rahmen zu schaffen, in dem Blockaden verschwinden und mehr Flexibilität möglich wird.

Definition von Inhaltsreframing

Beim Bedeutungs- oder Inhaltsreframing wird eine bestimmte Sache neu interpretiert und unter einem neuen Blickwinkel gesehen. Ereignis oder Eigenschaft A bedeutet jetzt also nicht mehr etwas Unangenehmes, sondern kann auch etwas ganz neues Angenehmes bedeuten.

Ein Beispiel, wie zwei verschiedene Blickwinkel zu völlig anderen Handlungsstrategien führen können, geben die beiden Schuhverkäufer, die in ein armes Land geschickt wurden, um nach neuen Marktchancen Ausschau zu halten. Der eine telegrafierte enttäuscht nach Hause zurück: „Keine Chance – hier trägt niemand Schuhe!“ Der andere telegrafierte euphorisch: „Superchance – noch kaum einer trägt Schuhe!“

Unsere Sicht der Dinge kann also zu eng gefasst sein, so dass wir Dinge zu einseitig negativ interpretieren und uns so blockieren und behindern. Das Inhaltsreframing hilft dabei, diesen Rahmen zu erweitern und neue Aspekte zu entdecken, die wiederum neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Einsatz des Inhaltsreframings

Das Inhaltsreframing löst nicht zwingend das zugrunde liegende Problem des Klienten, aber es ändert die Sichtweise darauf und ermöglicht dadurch die Suche nach neuen Lösungsansätzen. Ein Inhaltsreframing ist immer dann ein nützliches Werkzeug, wenn der Klient etwas zu einseitig betrachtet und andere Interpretationen in seinem Erleben nicht mehr vorkommen.

Wenn der Klient Aussagen macht wie „ich bin zu xy“, „Ich hasse an mir, dass ich …“, „mich ärgert es maßlos, dass ich immer“, dann wird diese einseitige Betrachtungsweise offensichtlich, und ein Inhaltsreframing ist eine gute Wahl. Wenn der Klient zum Beispiel moniert, dass er an sich nicht leiden kann, dass er sich immer so schnell ärgert, kann man diese Bedeutung reframen. Der Therapeut kann ihn zum Beispiel klar machen, dass das Sich–schnell-Ärgern gleichzeitig bedeutet, dass der Klient eine sehr gute und schnelle Wahrnehmung für Dinge hat, die er als störend oder einschränkend empfindet – und das ist eine nützliche Fähigkeit.

Das Inhaltsreframing kann man in freier Form durch führen, indem man selbst nach verborgenen positiven Bedeutungen sucht, oder man benutzt fertige Reframings, wie sie zum Beispiel auf den Lebenskarten vorgestellt werden. Hier kann sich der Klient inspirieren lassen, welches Reframing ihn am meisten anspricht.

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