Selbsttherapie bei psychischen Problemen

Jeder Mensch hat in seinem Leben schon einmal mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt. Vielleicht musste ein schwerer Liebeskummer überwunden werden, vielleicht hat auch der Tod einen geliebten Menschen geraubt, und man musste mit Schmerz, Trauer und Verzweiflung zurecht kommen. Die oft zitierte Winterdepression aufgrund von Lichtmangel hat ebenfalls schon vielen Menschen zu schaffen gemacht. Auch Frust und Stress können zu mentalen und psychischen Störungen führen, die es zu überwinden gilt.

Im Normalfall wird der erste Ansatz der sein, diese Probleme aus eigener Kraft zu überwinden und sich sozusagen selbst zu therapieren. Man kennt sich gut und weiß zum Beispiel, was einem bisher immer gut geholfen hat, wenn man eine depressive Stimmung überwinden musste. Die Bewältigung von Trauer und Verzweiflung ist auch ein Prozess, den Menschen ohne fremde Hilfe durchlaufen können. Wenn sie zudem gezielte therapeutische Übungen machen, kann dieser Prozess drastisch erleichtert und verkürzt werden.

Eines sollte man jedoch auf jeden Fall bedenken: Ein ernsthaftes psychologisches Problem kann und sollte man nicht mit einer Selbsttherapie behandeln, sondern man sollte unbedingt die Begleitung durch einen professionellen Therapeuten suchen. Denn in so einem Fall wird sich das Problem nicht nur nicht verbessern, sondern unter Umständen durch die selbsttherapeutischen Versuche sogar noch verschlimmern. Aber sicher kann man mit geeigneten Maßnahmen in Absprache mit dem Therapeuten viele selbsttherapeutische Übungen und Mittel einsetzen, die die Behandlung begleiten und unterstützen.

Möglichkeiten bei der Selbsttherapie

Es gibt verschiedene Ansätze, wie man in einer sinnvollen Art und Weise eine Selbsttherapie angehen kann oder eine begleitete Therapie unterstützen kann.

  • Information zum Problem und den Behandlungsmöglichkeiten
    Am besten informiert man sich zuerst einmal gründlich über sein Problem und die Möglichkeiten, dieses zu behandeln. Dazu kann man entweder entsprechende Fachliteratur konsultieren oder aber eines der vielen Foren im Internet besuchen, die von Betroffenen und Experten gestaltet werden und eine Fülle von Frage und Antworten bieten.
  • Austausch in Selbsthilfegruppen
    Sehr bewährt haben sich im Rahmen der Selbsttherapie auch Selbsthilfegruppen. Die Teilnehmer haben das gleiche Problem und können so sehr empathisch auf andere Teilnehmer reagieren. Zudem können sie oft wertvolle Ratschläge zur Lösung des Problems geben, die bei ihnen funktioniert haben. Der Rückhalt der Gruppe gibt emotionale Unterstützung, und der Blick von außen ist sehr hilfreich, um eigene blinde Flecken zu entdecken.
  • Arbeit mit verschiedenen Werkzeugen
    Die therapeutische Arbeit bietet auch in dem Bereich der Eigenarbeit eine Vielzahl an Möglichkeiten an. So kann das Führen eines Tagebuchs eine hilfreiche Möglichkeit sein, aber auch die innere oder äußere Visualisierung in der Form einer Collage sind sehr wirkungsvolle Instrumente. Auch das Mind-Mapping oder die Lebenskarten sind als Instrumente für die Selbsttherapie sehr geeignet. Mit ihnen kann man eigene Ideen und Assoziationen fest  halten oder sich durch Angebote, wie sie die Lebenskarten sowohl inhaltlich als auch visuell bieten, inspirieren lassen.

Viele dieser Methoden und Instrumente wie Visualisierungen und Lebenskarten werden zudem auch von etlichen Therapeuten im Rahmen von Einzel- oder Gruppentherapien genutzt. Sie sind natürlich ebenso unabhängig von einem psychischen Problem hilfreich, wenn man an sich und seinen Zielen konstruktiv arbeiten möchte. Noch einmal sei aber zu bedenken gegeben, dass die selbsttherapeutische Arbeit mit den Lebenskarten oder anderen Werkzeugen kein Therapieersatz ist und man im Zweifelsfall immer zuerst die Diagnose eines professionellen Therapeuten einholen sollte, ehe man auf eigene Faust tätig wird.

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